Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Wenn Traurigkeit, Rückzug oder Antriebslosigkeit den Alltag bestimmen

Ihr Kind zieht sich zunehmend zurück, wirkt häufig traurig oder gereizt und hat kaum noch Freude an Dingen, die ihm früher wichtig waren? Vielleicht verbringt es mehr Zeit allein, verliert das Interesse an Freundschaften oder hat Schwierigkeiten, den schulischen Alltag zu bewältigen.

Nicht jede traurige Phase ist Ausdruck einer Depression. Stimmungsschwankungen, Enttäuschungen und Rückzug können zur normalen Entwicklung gehören. Wenn Veränderungen jedoch über längere Zeit bestehen, mit deutlichem Leidensdruck verbunden sind oder den Alltag zunehmend beeinträchtigen, kann eine depressive Störung vorliegen.

In meiner Privatpraxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Würzburg unterstütze ich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dabei, depressive Beschwerden besser zu verstehen und schrittweise neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Woran können Eltern eine Depression erkennen?

Depressionen äußern sich bei Kindern und Jugendlichen nicht immer durch offensichtliche Traurigkeit. Je nach Alter und Entwicklungsstand können unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund stehen.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Anhaltende Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder ungewöhnliche Reizbarkeit
  • Rückzug von Freunden, Familie und gemeinsamen Aktivitäten
  • Verlust von Freude und Interesse an früher beliebten Beschäftigungen
  • Antriebslosigkeit, schnelle Erschöpfung oder ausgeprägte Müdigkeit
  • Schlafprobleme oder Veränderungen des Schlafbedürfnisses
  • Konzentrationsschwierigkeiten und nachlassende schulische Leistungen
  • Geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle oder starke Selbstkritik
  • Wiederkehrende körperliche Beschwerden ohne ausreichende körperliche Erklärung
  • Hoffnungslosigkeit oder negative Gedanken über die eigene Zukunft

Bei jüngeren Kindern können beispielsweise verändertes Spielverhalten, vermehrtes Weinen oder körperliche Beschwerden auffallen. Jugendliche berichten häufiger von innerer Leere, Hoffnungslosigkeit oder dem Gefühl, den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein.

Einzelne Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass eine Depression vorliegt. Für die diagnostische Einschätzung sind unter anderem Dauer, Ausprägung, Leidensdruck und Auswirkungen auf den Alltag entscheidend.

Welche Formen depressiver Störungen gibt es?

Depressive Beschwerden können sich in ihrer Dauer und Schwere unterscheiden.

Depressive Episode

Eine depressive Episode ist durch eine über einen bestimmten Zeitraum anhaltende depressive Symptomatik gekennzeichnet. Je nach Anzahl und Ausprägung der Beschwerden kann sie als leicht, mittelgradig oder schwer eingeordnet werden.

Rezidivierende depressive Störung

Von einer rezidivierenden depressiven Störung spricht man, wenn depressive Episoden wiederholt auftreten und dazwischen Phasen einer deutlichen Besserung liegen.

Anhaltende depressive Beschwerden

Bei manchen Kindern und Jugendlichen bestehen depressive Beschwerden über einen längeren Zeitraum, ohne dass sie immer die Merkmale einer ausgeprägten depressiven Episode erfüllen. Auch solche Belastungen sollten ernst genommen und fachlich abgeklärt werden.

Welche diagnostische Einordnung zutrifft, lässt sich nur im Rahmen einer sorgfältigen Untersuchung feststellen.

Wie kann Verhaltenstherapie bei Depressionen helfen?

In der kognitiven Verhaltenstherapie betrachten wir gemeinsam, welche Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen mit den depressiven Beschwerden zusammenhängen und welche Faktoren die Belastung möglicherweise aufrechterhalten.

Depressive Beschwerden können dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche zunehmend zurückziehen und Aktivitäten vermeiden. Dadurch fehlen häufig positive Erfahrungen, soziale Kontakte und Erfolgserlebnisse, die für das psychische Wohlbefinden wichtig sind.

Die Behandlung kann deshalb unter anderem darauf ausgerichtet sein, wieder mehr hilfreiche und angenehme Aktivitäten in den Alltag zu integrieren, belastende Denkmuster zu erkennen und neue Bewältigungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Je nach Alter, Schweregrad und individuellen Bedürfnissen können folgende Methoden eingesetzt werden:

  • Altersgerechte Informationen über depressive Beschwerden und ihre Entstehungsbedingungen
  • Schrittweiser Aufbau angenehmer und sinnvoller Aktivitäten
  • Erkennen und Überprüfen belastender Gedanken
  • Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit
  • Förderung sozialer Kontakte und zwischenmenschlicher Fähigkeiten
  • Entwicklung hilfreicher Strategien im Umgang mit Belastungen und schwierigen Gefühlen
  • Unterstützung bei der Gestaltung einer alltagsnahen Tagesstruktur

Die Behandlung orientiert sich am Entwicklungsstand Ihres Kindes und berücksichtigt seine persönlichen Stärken sowie sein familiäres und soziales Umfeld.

Abhängig von der Schwere der Erkrankung kann auch eine ergänzende kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung oder eine intensivere Versorgungsform erforderlich sein.

Wie werden Eltern in die Therapie einbezogen?

Wenn ein Kind unter depressiven Beschwerden leidet, sind häufig auch Eltern und andere Familienmitglieder stark belastet. Es kann schwierig sein, Rückzug, Antriebslosigkeit oder Reizbarkeit richtig einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren.

In begleitenden Elterngesprächen können wir gemeinsam überlegen, wie Sie Ihr Kind unterstützen und hilfreiche Veränderungen im Familienalltag ermöglichen können.

Dabei geht es beispielsweise darum, Verständnis für die Beschwerden zu entwickeln, den Umgang mit belastenden Situationen zu verbessern und vorhandene Stärken und Ressourcen zu fördern.

Die Einbeziehung der Eltern richtet sich nach dem Alter, dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen des Kindes oder Jugendlichen. Auch die Vertraulichkeit therapeutischer Gespräche wird dabei berücksichtigt.

Wann ist professionelle Unterstützung sinnvoll?

Wenn Ihr Kind über längere Zeit niedergeschlagen, antriebslos oder ungewöhnlich reizbar wirkt, sich zunehmend zurückzieht oder wichtige Lebensbereiche beeinträchtigt sind, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

Sie müssen nicht sicher sein, ob eine Depression vorliegt, bevor Sie Unterstützung suchen. Im Rahmen eines Erstgesprächs können wir die bestehenden Schwierigkeiten besprechen und gemeinsam klären, welche weiteren Schritte angezeigt sind.

Wichtig: Äußert Ihr Kind Suizidgedanken, spricht es davon, nicht mehr leben zu wollen, oder bestehen Hinweise auf eine akute Selbstgefährdung, sollte dies immer ernst genommen und unverzüglich fachlich abgeklärt werden. Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112 oder wenden Sie sich an die nächste psychiatrische beziehungsweise kinder- und jugendpsychiatrische Notaufnahme. Warten Sie in einer akuten Krisensituation nicht auf einen regulären Psychotherapietermin.

Psychotherapie bei Depressionen in Würzburg

In meiner Privatpraxis in der Würzburger Innenstadt biete ich Verhaltenstherapie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.

Wenn Sie Veränderungen bei Ihrem Kind beobachten oder Fragen zu einer möglichen psychotherapeutischen Behandlung haben, können Sie gerne Kontakt zu mir aufnehmen.

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